Steigende Kreditkarten-Zinsen setzen Haushalte unter Druck

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Kreditkarten galten für viele Menschen in Deutschland lange als harmlos. Häufig nutzte man sie vor allem für Urlaube oder beim Online-Shopping. Mittlerweile sind sie deutlich teurer geworden. In bestimmten Bereichen des Marktes liegen die durchschnittlichen Sollzinsen inzwischen bei bis zu 35,8 Prozent. Gleichzeitig steigen die Gesamtsummen geliehener Gelder weiter an. Diese Entwicklung ruft Ökonom:innen und Verbraucherschützer:innen auf den Plan.

Wenn Schulden zur Belastung werden

Allein im Vereinigten Königreich haben Verbraucher:innen im vergangenen Jahr 25 Milliarden Euro über Kreditkarten aufgenommen. In den USA erreichte die Gesamtsumme der Kreditkartenschulden im Mai 2024 rund 1,17 Billionen Euro. Das entspricht einem Anstieg von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr – und das trotz Inflation. Auch wenn diese Zahlen zunächst weit entfernt von Deutschland erscheinen, spiegeln sie einen grundlegenden Wandel im Konsumverhalten wider.

Deutsche Haushalte haben traditionell eher auf Girokarten gesetzt als auf revolvierende Kredite. Doch die höheren Preise für Energie, Miete und Lebensmittel verändern die Ausgaben. Manche Familien nutzen ihre Kreditkarten inzwischen häufiger, um monatliche Engpässe zu überbrücken. Wer dabei mit Zinssätzen von bis zu 35,8 Prozent rechnet, sieht selbst kleine Beträge – wie etwa 576 Euro – schnell anwachsen. Die Mindestzahlungen wirken zunächst überschaubar. Tatsächlich verlängern sie jedoch die Rückzahlungsdauer deutlich und erhöhen die Gesamtkosten.

Finanzberater:innen empfehlen, jede Abrechnung genau zu prüfen. Wer Kreditkartenschulden hat, sollte monatlich kontrollieren, wie viel Zinsen anfallen. Wer regelmäßig mehr als das geforderte Minimum überweist, kann die Belastung merklich senken. Feste Rückzahlungspläne sorgen zudem für Struktur und bessere Planbarkeit. Diese disziplinierte Herangehensweise schützt langfristig die finanzielle Stabilität.

Stabilität erfordert Vorbereitung

Wer schon Schulden hat, sollte eigene Möglichkeiten prüfen. Einige europäische Banken bieten vorübergehend gebührenpflichtige Umschuldungen mit Nullzinsen an. Sie können kurzfristig entlasten – aber nur, solange ihr keine neuen Schulden aufnehmt.

Eigenes Sparen ist für finanzielle Sicherheit unerlässlich. Entscheidend ist nicht der Betrag, sondern dass ihr regelmäßig, auch kleine Summen, zurücklegt. So lassen sich unerwartete Ausgaben besser abfedern und die Abhängigkeit von teuren Krediten sinkt.

Vor jeder neuen Kreditaufnahme lohnt sich ein Blick ins eigene SCHUFA-Profil. Fehlerhafte oder veraltete Einträge können sich auf die Konditionen auswirken. Wer Miete, Strom und Handyvertrag pünktlich zahlt, stärkt die eigene Kreditwürdigkeit. In einer Zeit steigender Kreditkosten ist finanzielle Disziplin wichtiger denn je.